Saskia Oidtmann

Macbeth

Macbeth 2006 + 07, 150 min

Theatersommer Netzeband, Brandenburg

Regie: Frank Matthus
Choreografie: Tina Weiler
Tanz: Michael Jagusch und
Saskia Oidtmann

Shakespeare’s Macbeth – die Geschichte vom Aufstieg und Untergang eines schottischen Königs aus dem 11. Jahrhundert, verfasst zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Macbeth erscheint zu Beginn als ehrenwerter Mann, ein tapferer und loyaler Diener des Staates, ein gefeierter Feldherr, der Star einer begeisterten Öffentlichkeit. Dann eine Begegnung – drei Hexen und eine Wahrsagung – die Aktivierung des Machtwillens. Dazu Lady Macbeth, eine ehrgeizige Frau, die nach oben will. Danach nur noch Morg – ein toter König, ein toter Freund, tote Rivalen, tote Kinder – der wohl radikalste Weg zur Gewaltherrschaft. Er wird immer wieder gespalten, hat immer wieder Zweifel, lässt sich immer wieder neu motivieren. Am Ende steht der Wahnsinn, der totale Realitätsverlust und somit das Aus für Macbeth und seine Lady.

Netzeband ist ein 200-Seelen-Dorf im Nordwesten des Bundeslandes Brandenburg (Landkreis Ostprignitz-Ruppin). Seit 1996 gibt es dort im Juli/August den Theatersommer – open air auf einer Naturbühne, die sich im Gutspark unterhalb der klassizistischen Temnitzkirche ausbreitet. Die Weite dieser amphitheater-ähnlichen Bühne erfordert eine besondere Theaterästhetik. Frank Matthus, Künstlerischer Leiter des Theatersommers, kreierte mit seinen Inszenierungen „Macbeth“ und „Die Nibelungen“ das Netzebander Synchrontheater. Es bedeutet das Spiel mit Masken zu einem vorproduzierten Textband. Es verbindet Formen des realistischen Schauspiels mit Choreographien des Tanztheaters. Namhafte Schauspieler wie Corinna Harfouch sprechen im Tonstudio den Text ein, eine Audioinstallation wird produziert und Tänzer bewegen sich zum Text auf der Bühne. Auf der Tonspur kann äußerst sensibel und differenziert gesprochen werden, mittels Masken und Bewegungen werden szenische Vorgänge optisch weit transportiert.